Konkrete Beispiele: Leo Bigger

vom Redaktionsteam

Leo Bigger ist ein evangelischer Pastor und lebt verheiratet in der Schweiz. Mit seiner Erlaubnis drucken wir hier Auszüge eines Vortrags von ihm ab: Die Verkündigung der frohen Botschaft in der Welt. Wir können von unseren christlichen Geschwistern einiges über ihren Mut und die freudige Verkündigung des Glaubens lernen.

Hallo zusammen,

ich bin Leo Bigger und komme aus der Schweiz. Als ich 18 Jahre alt war, spielte ich in einer Hard Rock Band…
Mein bester Freund sagte zu mir eines Abends: „Du kennst Jesus nicht?!“

Und ich musste ganz ehrlich sagen, ich bin oft in die Kirche gegangen, aber ich hatte keine Ahnung, warum Jesus wirklich auf diese Welt gekommen ist. Und er hat mir alles erklärt. Er fragte mich: „Möchtest du Jesus in deine Welt einladen, damit du Freundschaft mit Gott haben kannst?“

Ich: „Ja, logisch!“

Und an diesem Abend habe ich mein Leben Jesus Christus anvertraut und ich vergesse es nie mehr. Als ich an jenem Abend nach Hause gehen wollte, sagte er noch zu mir: „Leo, bevor du nach Hause gehst… Da ist noch eine Sache, bitte vergiss das nie…“ Jetzt bin ich aber gespannt. „Liebe Jesus bis ans Ende deines Lebens.“ Ich bin auf mein Motorrad gestiegen und nach Hause gefahren. Dann habe ich eine Stimme gehört, die zu mir sagte: „Du bist ein Evangelist.“ Ich fragte: „Was ist das? Ist das ein Sechser im Lotto oder eine neue Fußballmannschaft?“ Ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet. Am nächsten Tag, 2. Januar: Ich war in der Schule – Französisch. – Es war mega langweilig! Wer will schon Französisch lernen, wenn man Schweizerdeutsch kann? Und während des Französischunterrichts hörte ich die gleiche Stimme wieder: „Ruf deine Freunde zusammen und erzähle ihnen von Jesus.“ Ja, ich habe keinen Bibelunterricht besucht. War nie richtig in der Kirche… Und in der Pause habe ich all meine Freunde zusammengeholt, stellte mich auf eine Mauer, weil ich mega klein bin und sagte zu ihnen: „Jungs und Mädels, gestern Abend habe ich Jesus in mein Leben eingeladen und ihr habt keine Ahnung, was das bedeutet. Ich spüre, dass sich mein Leben radikal verändern wird.“ Das war meine erste Predigt. Sie war nicht besonders tief, aber sie kam von Herzen. Und alles, was es dazu braucht ist etwas Mut, manchmal auch auf einer Mauer zu stehen und einfach von Jesus zu sprechen. Aber eines ist klar, wenn du Jesus liebst, er deine Gebete erhört und Wunder tut, dann können wir doch gar nicht mehr ruhig sein, oder?

Als ich mit meiner Freundin (jetzigen Frau) verlobt war, hab ich‘s allen erzählt: „Pech für dich. Die gehört mir. Ich bin verlobt.“ Wenn wir Jesus lieben, kommt es durch jede Pore ‘raus. Es ist gar nicht möglich ruhig zu sein und nicht über Jesus zu sprechen.

Wie können wir über Jesus erzählen?

Nutze die Freundschaften. In Markus 5 sagte Jesus nach einem Wunder: „Geh nach Hause und berichte ihnen, was der Herr für dich getan hat und wie er sich über dich erbarmt hat.“

Im Originaltext steht das Haus für „Oikos“. Geh in dein „Oikos“, geh zu den Menschen, die dich kennen, die dich lieben, die deine Geschichte kennen. Die Menschen sagen mir: „Aber es ist nicht so einfach über Jesus zu sprechen, die Menschen sind nicht mehr so offen für Gott.“ Ganz einfach: Schreibe deinen Namen auf ein Blatt und schreibe dann die Namen aus deiner Familie auf, die Jesus nicht kennen, Namen deiner Freunde, deiner Nachbarn, deiner Arbeit, deiner Schule. Das ist dann dein „Oikos“, dein Umfeld, deine Welt. Da hat Gott dich hineingesetzt, um Licht und Salz für diese Welt zu sein. Du bist vielleicht für diese Leute die einzige Bibel, die sie jemals lesen werden.

Und dann kommt Punkt Nummer 2:

Bete intensiv. Bete, dass diese Leute Jesus kennen lernen. Kolosser 4, 2-4: „Lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen und vergesst dabei nicht Gott zu danken. Betet auch für uns, damit Gott uns eine Möglichkeit gibt, sein Geheimnis zu verkündigen, die Botschaft für Christus, für die ich im Gefängnis sitze.“

Ein guter Prediger fragte einen Theologen: „Ich predige lebendig, aber keiner sagt JA zu Jesus. Was mache ich falsch?“ Der Theologe hatte nur eine Frage: „Wenn du predigst – glaubst du, dass Menschen zum Glauben kommen?“ Dann sagte er: „Es kommt darauf an, ob die Predigt gut ist.“ Da sagte der Theologe: „Nein, gemäß deinem Glauben geschehen Wunder. Wenn du nicht glaubst, dass in deinem Umfeld Menschen suchen und offen für Jesus sind, dann gehst du mit verschlossenen Augen an den Menschen vorbei, die suchend sind.“ Von dem Tage an, wo er glaubte, kamen Menschen zum Glauben.

Es gibt nichts Schöneres, als Menschen die Liebe von Gott nahe zu bringen. Wie kannst du Menschen ganz praktisch für Jesus gewinnen? Jesus sagte zu Petrus: „Du bist ein Menschenfischer!“ Daher habe ich viele Angelruten mit dabei. Jeder von uns hat eine Leidenschaft. Petrus war ein leidenschaftlicher Fischer und wir alle haben Leidenschaften.
Hier an der Angel ist ein Golfball. Wer spielt Golf? Ich spiele einmal pro Woche Golf. Ich sage immer zu Gott: „Schenke mir Mitspieler, die dich nicht kennen.“ Und dann frage ich sie: „Was arbeitest du?“ – „Ja, ich bin ein Banker, Versicherungsberater…“ Dann fragen sie mich: „Und was arbeitest du?“ Ich sage: „Rate mal. Ich zahle dir 1000€, wenn du es errätst.“ Sie fragen: „Bist du DJ?“ Und ich: „Das war knapp…“ Irgendwann sage ich: „Du wirst es nicht herauskriegen. Ich bin Pfarrer.“ „Pfarrer??? Du bist Pfarrer?“ – „Ja!“ Dann kommt die Frage: „Warum bist du Pfarrer geworden?“ Ganz einfach: Weil es einen Gott gibt! Manchmal ist das Gespräch dann beendet, aber nicht immer. Vor ein paar Wochen spielte ich mit einer Frau, die sagte mir: „Ich bete seit 3 Jahren darum, dass ich einen Menschen treffe, der mir die Existenz vom Leben erklären kann. Dass ich mit Ihnen Golf spielen darf, das ist ein Wunder. Erklären Sie mir den Glauben.“

Ich hatte beim Golf spielen 9 Löcher Zeit, ihr von Jesus zu erzählen, und beim letzten Loch liefen der Frau Tränen herunter. Ich habe mit ihr zusammen gebetet und sie auf dem Golfplatz zu Jesus geführt. Wenn du das machst, was du leidenschaftlich gerne machst, ist es so einfach über Jesus zu sprechen.

Da war noch eine Frau, die sagte zu mir: „Ich habe keinen Mut über Jesus zu sprechen, ich kann das nicht.“ Ich sagte: „Du sagst immer, was du NICHT kannst. Was kannst du denn?“ „Ja, eine Sache kann ich mega gut: Ich kann Kaffee trinken.“

„Baue auf deine Stärken. Man kann die Kaffeesucht für Jesus nutzen: Man muss nicht, aber man kann es. Hast du dir schon überlegt, deine Nachbarin auf einen Kaffee einzuladen?“ „Nee…“.

Sie hat also die Nachbarin eingeladen und im Gespräch fragte die Nachbarin: „Jetzt habe ich eine Frage: Ihr fahrt jeden Sonntag um 7:30 Uhr mit der ganzen Familie weg. Wohin geht ihr?“ „Wir gehen in die Kirche.“ „Kirche? Kannst du mir das erklären?“ Sie sagte: „Nein, das muss man sehen. Komm doch einfach mit!“

Eine Woche später kam die Frau in einen Gottesdienst, war berührt und kam wieder und nach dem 3. Sonntag hat sie ihr Leben Jesus anvertraut.

Wir haben in unserer Gemeinde einen Italiener, der kam zu mir und sagte: „Ich weiß nicht, wie ich den Leuten von Jesus erzählen soll…“. Und ich stelle immer die gleiche Frage: „Hast du irgendetwas, das dir Spaß macht?“ Er sagte: „Ja, ich fahre mega gerne Harley-Davidson.“ „Alleine?“ „Ja!“ „Wieso lädst du nicht deine Freunde zu einer Harley-
Tour ein?“ „Das ist eine gute Idee.“ „Es ist ja mega einfach! Und dann am Sonntagabend fahrt ihr bei unserer Kirche vorbei und kommt in die erste Reihe zum Gottesdienst.“

Er sagte: „Das kann ich!“ Ich vergesse nie mehr diesen Sonntag: Er saß da in der 2. Reihe mit seinen Harley-Davidson Freunden (das sieht und riecht man), aber nach dem Lobpreis liefen einem Mann die Tränen ‘runter.

Fische mit deiner Harley…

Bei uns kam eine Frau mit dem Hund zum Gebet in die Kirche. Dann haben wir gesagt: „Du kannst nicht mit dem Hund in die Kirche reinkommen.“ Dann sagte sie: „Das ist gemein. In keine Kirche darf man den Hund mitbringen…“. Und dann hatte jemand einen Blitzgedanken: „Wie wäre es, wenn du zu Hause einen kleinen Hundegebetskreis gründen würdest?“

„Das ist ja einfach. Ich habe so viele in meinem Umfeld mit Hunden, die haben sicher das gleiche Problem wie ich.“ Also wenn du einen Hund hast, nutze ihn für Jesus! Es gibt so viele Möglichkeiten…

Super RTL hat mich gefragt, ob ich meine Predigten am Montagmorgen um 4:30 Uhr ausstrahlen möchte. Da habe ich mir gedacht: „Wer schaut am Montagmorgen um 4:30 Uhr Fernseher?“ Dann habe ich gesagt: „OK. Wir versuchen es einmal.“ Aber ich brauche gute Geschichten. Nach der zweiten Ausstrahlung bekam ich einen Brief: Ein junger Mann kam nach dem Ausgang betrunken nach Hause, schaltete den Fernseher ein und schlief ein, plötzlich erwachte er und sah einen blonden Schweizer. Er sah also am Montagmorgen halb betrunken meine Predigt. Drei Wochen später hat er sein Leben verändert. Wenn du eine Sendung oder einen guten Film anschaust, schau nicht alleine, lade deine Freunde ein. Den Rest macht der Hl. Geist.

Nochmals zusammengefasst:
– Liste des Umfelds
– Beginne, für sie zu beten
– Nimm dir Zeit für sie

Zum Schluss möchte ich euch von einem Mann erzählen. Sein Name ist Walter. Seit Jahren bete ich für Walter, seit Jahren.

Vor Weihnachten hatten wir ein religiöses Musical und ich lud viele Leute ein, aber Walter hatte ich nicht eingeladen. Der ist mir durch die Lappen gegangen. Am 1. Weihnachtsfeiertag rief mich meine Frau an: „Du musst unbedingt in den Eingangsbereich kommen, unbedingt!“ Ich: „Was ist denn passiert?“ Sie sagte: „Walter ist da!“ Dann
ging ich hinaus und fragte ihn: „Warum bist du da?“

Walter: „Seit Jahren wollte ich schon immer einen Gottesdienst von dir sehen. Ich habe im Internet gelesen, dass heute ein großes Fest ist und hier ist meine Frau, die Kinder und ich bin hier!“ Dann habe ich zu Gott gesagt: „Heute ist dein Tag mit Walter.“ Und nach dem Gottesdienst lief Walter mit seiner Familie raus und holte sich mit Tränen in den Augen eine Bibel und sagte: „Ich möchte mehr von Gott wissen!“

Integriere alles, was du machst, mit dem Evangelium und Gott wird Türen aufmachen, die noch nie in deinem Leben aufgegangen sind.

Leg los!

(Erschienen in PM 142 1-2018, S. 6-7)

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