Ich bin katholisch, weil die katholische Kirche nicht nur eine Organisation Christi ist, sondern sein Organismus, sein Leib

von Peter Kreeft

Ich bin katholisch, weil die Kirche, die Christus gegründet und uns geschenkt hat, unsere reale, historische, zeitliche Verbindung zu ihm ist. Ohne Verbindung, ohne Kabel, das uns bei der unendlichen göttlichen Elektrizität andockt, werden unsere Seelen sterben. Wir empfangen das Leben Christi, sein wirkliches Blut, durch die Nabelschnur der Eucharistie. Sie gliedert uns buchstäblich in seinen Leib ein.Durch die Lehre der Kirche empfangen wir auch sein Denken. Unfehlbare Dogmen können nur von einem realen, unfehlbaren Denker kommen, vom göttlichen Denker. Aber Dogmen retten uns nicht; sie sind nur die Straßenkarte. Anders als Platon und Buddha hat uns Jesus nicht dadurch gerettet, dass er sagte „Das sind meine Gedanken“, sondern „Das ist mein Leib“. Er hat uns nicht durch sein Reden gerettet, sondern durch sein Tun, durch die Hingabe seines Leibes, am Kreuz, in der Eucharistie, in der Kirche. Wie treten wir in eine körperliche Verbindung mit ihm? Sie muss körperlich sein, denn wir sind Körper. Deswegen wurde er körperlich, er wurde Fleisch in Zeit und Raum. Er verbindet sich mit uns, nicht indem er uns durch mystische Erfahrungen aus unseren Leibern herausnimmt. Christentum ist nicht Hinduismus oder Buddhismus. Christus verbindet sich mit uns, wo und wann wir sind, hier und jetzt, also in unseren Leibern.

Aber Zeit und Raum trennen Leiber voneinander. Er ist dort, in Zeit 2000 Jahre entfernt auf Erden und in Ewigkeit unendlich entfernt im Himmel. Wie können wir uns mit ihm verbinden? Er ist dort, in Strecke 5000 Meilen entfernt auf Erden und seinsmäßig unendlich weit im Himmel. Wie können wir uns mit ihm verbinden? Wir können nicht mit einer Rakete in den Himmel fliegen. „Ihr könnt nicht von hier nach dort gelangen.“Er muss zu uns kommen. Aber wie?

Die Verbindung darf nicht nur geistig sein, keine außerkörperliche Erfahrung.

Die Antwort der Protestanten lautet: durch Glauben. Und natürlich brauchen wir Glaube, aber nicht Glaube allein; wir brauchen das Objekt des Glaubens, nämlich Christus. Wir haben nicht Glaube in Glauben (das wäre ein Spiegelsaal), sondern Glaube an ihn. Glaube und ein offenes Herz sind also nicht genug, so wenig wie Hunger und ein offener Mund keine Lösung für Hunger sind. Die Lösung ist Nahrung. Christus ist unsere Nahrung. Unser Glaube ist nur der Hunger und der offene Mund.

Wie kommen wir also zu ihm? Oder genauer: Wie kommt er zu uns? Zur Erinnerung, es kann nicht nur geistig sein, außer man ist eher Hindu als Christ.

Es gibt nur eine Antwort: Er kommt zu uns in seinem Leib, heute genauso wie er vor 2000 Jahren zu uns in seinem Leib kam. Und die Kirche ist sein Leib; sie ist die „Verlängerung der Menschwerdung.“

Der Leib, den wir in der heiligen Kommunion empfangen, ist der gleiche Leib, den er zu unserer Rettung am Kreuz geopfert hat. Er hat nur einen Leib, der aber an drei Orten ist: am Kreuz, in der Eucharistie und in der Kirche. In der Kirche ist er auf zwei Weisen bzw. in zwei Dimensionen, denn wir leben in zwei Dimensionen – und folglich lebt Jesus in seiner Menschheit auch in zwei Dimensionen: Er ist gegenwärtig in der öffentlichen, äußerlichen, objektiven, sichtbaren Institution, die sein Volk lehrt und heiligt; und er ist ebenso gegenwärtig in den privaten, innerlichen, persönlichen, unsichtbaren Seelen und Leibern seines Volkes, die getauft wurden in seinen Leib und die in der Eucharistie seinen Leib in ihren eigenen Leib aufnehmen, und die auf diese Weise Zellen seines mystischen Leibes, der Kirche, werden. Als er sagte: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch [kein zoe, kein ewiges, göttliches Leben]“ (Joh 6,53) – meinte er mit sein „Fleisch“ seinen sterblichen Leib am Kreuz? Oder meinte er seinen sakramentalen Leib in der Eucharistie? Oder seinen geheimnisvollen Leib in der Kirche? Falsche Frage. Es gibt hier kein Entweder-Oder. Zur Erinnerung: Er hat nur einen Leib, nicht drei.

Mit seinem Leib, der Kirche, zu brechen, bedeutet mit Christus zu brechen, genauso wie jemand, der deinen Leib küsst, schlägt, heilt oder tötet, dich küsst, schlägt, heilt oder tötet. Deswegen hat der heilige Thomas Morus sein Leben gegeben statt dem Bruch des Königs mit Rom zu folgen. (Siehe den Film Ein Mann für alle Jahreszeiten; es ist der beste Film, der je gedreht wurde).

Der Text stammt aus dem Buch Forty Reasons I Am a Catholic von Peter Kreeft (Sophia Institute Press 2018). (c) by Sophia Institute Press, übersetzt von Markus Christoph. Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Rechteinhabers.

(Erschienen in PM 147 4-2019, S. 12-13)

Eine Minijobberin und 2.150 Ehrenamtliche

von Marcus Morath

In der Pfadfinder Mariens Nr. 141 hatten wir um zweckgebundene Spenden für die Bezahlung einer Halbtagsstelle gebeten, da wir mit unserer rein auf ehrenamtliches Engagement gestützten Arbeit in der KPE zeitlich aktuell nicht in der Lage sind, wirkliche Zukunftsprojekte wie z.B. Gründung neuer Gruppen zu bewerkstelligen. Es bleiben auch wichtige Arbeiten für die KPE über Jahre unbearbeitet liegen, was nicht sonderlich zufriedenstellend ist. „Eine Minijobberin und 2.150 Ehrenamtliche“ weiterlesen